GASTECHNOLOGIE: KLIMANEUTRAL UND TROTZDEM BEZAHLBAR HEIZEN

Die Deutschen stöhnen über die hohen Energie­kosten – zurecht, denn gerade der Strompreis ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen: 2010 zahlte ein Durch­schnitts­haushalt noch 912 € pro Jahr für Elektrizität, 2020 waren es schon 1.180 €. Mit rund 30 Cent je Kilo­watt­stunde hatte Deutschland 2020 den höchsten Strom­preis für private Haus­halte in Europa. Viele rechnen aufgrund der steigenden Anforderungen der Energie­wende mit einer weiter zunehmenden Belastung ihrer Haus­halts­kasse.

WIE LASSEN SICH DIE ENERGIEKOSTEN IN EINEM VERTRÄGLICHEN RAHMEN HALTEN?

Eine Möglichkeit wäre, den Energiebedarf in Wohngebäuden zu senken, indem die Gebäude baulich saniert werden. Doch diese Aufgabe wäre immens groß: 36 Prozent des Gebäudebestands sind unsaniert, nur 13 Prozent sind vollsaniert oder es handelt sich um Neubauten. Die Sanierungsrate liegt in Deutschland seit Jahren bei etwas über 1 Prozent und lässt sich nicht ohne Weiteres steigern.
Den deutschen Wohngebäudebestand als homogene Einheit gibt es nicht. Er ist vielmehr eine heterogene Ansammlung von rund 18 Millionen Gebäuden unterschiedlicher Größe, Bauweise und Altersklasse und mit einer breiten Streuung beim Energiebedarf. Dieser Vielfalt im Gebäudebestand muss eine Vielfalt an Lösungen für mehr Energieeffizienz und weniger CO2 gegenüberstehen. Anders kann der Wärmemarkt seine Ziele nicht erreichen.

KLIMANEUTRAL WOHNEN

Eine Lösung dafür bieten moderne Gas-Techno­logien: Sie nehmen heute schon eine bedeutende Rolle ein. Technologie­vielfalt und die Integration von Wasser­stoff in den Wärme­markt sind die Schlüssel für das klima­neutrale Wohnen der Zukunft.

Das gilt insbesondere für Mehr­familie­nhäuser: Hier sind Sanierungen der Gebäude­hülle besonders aufwendig. Auf­grund der Abstim­mung mit den Mietern und der Umlage der Kosten auf die Mieter besitzen sie auch besonders viel Konflikt­potenzial.

Ein mit Gas betriebenes Block­heiz­kraftwerk kann hier eine bezahlbare Lösung sein, denn die Investition ist vergleichs­weise gering. Sowohl Eigen­tümer als auch Mieter können vom mit der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) selbst produ­zierten Strom profitieren. Außer­dem sinkt der CO2-Ausstoß des Gebäudes dadurch nahezu auf null – erst recht, wenn das BHKW mit klima­neutralem Gas wie zum Beispiel Bio­gas betrieben wird.